Arbeitsoutfit im englischen Sommer


Manchmal ist das Wetter hier ne ganze Woche mies, so um die 15°C und öfter mal Regen (und im Labor ist es mit konstanten 18°C auch nicht warm). Da trage ich am liebsten was in dem ich mich rundherum wohlfühle. Einiges ist selbst genäht, anderes Second-Hand und manches hab ich schon ewig. Auf jeden Fall hab ich da so meinen eigenen Stil entwickelt, den ich hier zusammen mit ein paar Gedanken dazu zeigen möchte.

Arbeitsoutfit im englischen Sommer - schlicht und bequem - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog

So einen dünneren Cardigan hatte ich schon länger gesucht und ihn schließlich im Charity-Shop gefunden. Er hat perfekt gepasst, aber nen offenen Saum an einem Ärmel, der aussah so wie abgeschnitten. Ärgerlich dachte ich - aber dann doch ein Glücksfall, den so hab ich ihn zum halben Preis bekommen. Die Reparatur mit der Zwillingsnadel ist nicht ganz so schön gelungen. Naja, ist auf der Konferenz aber nicht aufgefallen, daß ich ein £2 Jäckchen anhatte.

Arbeitsoutfit im englischen Sommer - mit knielangem Rock - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog

Das Langarmshirt ist von Nakedshirt und das gleiche, was ich auch zum Bedrucken benutze, z.B. hier mit Patronen. Viele der schlichten Basic-Teile in meinem Schrank sind mittlerweile bio und fair - also sind sie vorm Verkauf auch ausgiebig getestet. Ich mag den weiten Rundhals-Ausschnitt, wo sich der Druck des T-Shirts erahnen lässt. Das T-Shirt hier war ein Werbegeschenk, aber ich trag manchmal auch Bandshirts.

Arbeitsoutfit im englischen Sommer - Cardigan - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog

Die Nikkistreifen sind mein erster knielanger Rock - mit dem ich ja meine Nähmaschine gewonnen hab. Ich liebe ihn im Alltag! Er ist bequem am Bund, hat optimale Bewegungsfreiheit (Schneidersitz!), sieht zu vielem gut aus und hat Taschen auf die ich nicht verzichten kann. Wenn ich so drüber nachdenke, eigentlich schön feministisch dieser Schnitt - kein Wunder daß ich davon noch einen Rock habe (und noch einen brauche).

Arbeitsoutfit im englischen Sommer - Rock und Beinstulpen - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog

Dies sind auch die ersten Beinstulpen die ich je genäht und schon ausführlich verbloggt habe. Von den schwarzen, halbwegs blickdichten Strumpfhosen hab ich einige Varianten, die hier ist relativ dünn. Meine Lieblingsstiefel mit den Fake-Stahlkappen versuche ich weniger zu tragen, da sie schon so abgenutzt sind, aber so richtig schaffe ich das nicht. Ich habe schon mit schwarzer Farbe nachgeholfen, aber schöner wär's, wenn ich das passende Türkisgrün hätte.

Arbeitsoutfit im englischen Sommer - Beinstulpen und Stiefel - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog

Da ich ein Großteil des Tages beim Arbeiten verbringe, möchte ich ich selbst sein. Obwohl ich das Outfit relativ schlicht finde kommt mein Stil schon durch. Ich weiß nicht wie mich andere sehen, aber für mich ist es wichtig, daß Klamotten bequem sind und ich mich wohl fühle. Da hab ich keine Lust auf Bauch einziehen und kneifende Hosen. Ich glaube aber gerade der Arbeitsplatz ist eine Situation in der sich manche (auch unbewusst) selbst zensieren oder verstellen um nicht so sehr aufzufallen oder gar die Stelle zu verlieren.

Deswegen sage ich mir (und euch) jetzt nochmal klar: Es ist mir egal 
- ob mein Alltagsoutfit 'punk' genug ist oder nicht (ich weiß wer ich bin),
- ob mein Alltagsoutfit zu ausgefallen/subkulturell ist (ich weiß was ich kann);
und auch sonst:
- ob ich bei Parties und Konzerten immer das Gleiche anhab (meinen Freunden ist das auch egal),
- ob mein Freizeit-/Ausgehsoutfit 'punk' genug ist oder nicht (naja, ich arbeite dran - zumindest an Weste + Jacke).
Trau dich auch!
Arbeitsoutfit im englischen Sommer - Cardigan und Langarm-Shirt - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog

Ok, die Haare machen mit Schnitt und Farbe auch einiges aus und da lasse ich mir erst recht nicht reinreden. Aber im Gegenteil, seit ich in England bin, und besonders seit ich die Haare kurz und orange habe, bekommen ich so oft Komplimente - von Leuten auf der Straße, Freunden & Kollegen. Der Totenkopf auf meinem Kopf ist übrigens einer der zwei Haarclips von Beet & Owl, die ich auf dem Owls 'n' Bats gekauft hab. Endlich sind die Haare lang genug dafür.

Arbeitsoutfit im englischen Sommer - Totenkopf Haarclip - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog
Wie sehr es bei dir aus mit Arbeitskleidung? Hast du strenge Vorschriften oder so viel Freiheit wie ich? Musst du vielleicht Tattoos verdecken? Und wie gestaltest du das was du kannst?
Meine Reflexion in selbst genähten Klamotten schicke ich noch rüber zu Jule und den politischen (Hand-)Arbeiten im Juli.

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Kommentare: 10
  • #1

    OctoStag (Dienstag, 18 Juli 2017 10:28)

    Dein Outfit gefällt mir richtig gut <3 Ich mag dieses Spiel mit verschiedenen Lagen und Texturen total gerne :)

  • #2

    Janina (Dienstag, 18 Juli 2017 17:41)

    Dankeschön! Der Lagenlook ist irgendwie mein Ding, auch weil ich so bei fast jeder Temperatur passend angezogen bin ;)

  • #3

    Trash Angel (Donnerstag, 20 Juli 2017 01:36)

    Richtig tolles Outfit! Ich würde mir ja auch gerne mal so einen weiteren, gemütlichen Rock nähen. Habe aber immer etwas das Gefühl, dass mich so ein Rock ziemlich klein wirken lässt, nachdem ich nun nicht wirklich die längsten Beine habe :D

    Was mir aufgefallen ist, damals in der Schule war ich eher individueller angezogen... in letzter Zeit, jetzt da ich in die Berufsschule gehe, war es mir ziemlich egal. Habe zwar so meine Tops mit rockigeren Aufdruck oder eine dunkle rockige Jeans. Aber z.B. nichts mehr schrilleres wie eine Lila-Zebra-Jeans (Die sah aus wie dein Homepage-Hintergrund. Leider ist sie mir mittlerweile zu groß :( ). Viele Sachen habe ich einfach bei Mainstream-Ketten gekauft weil der Cardigan gemütlich war oder die Hose super passte,... und dabei ziemlich meinen eigentlichen "Style" vernachlässigt was mir jetzt mehr und mehr auffällt. Deshalb bin ich derzeit auch schwer am überlegen was ich mir für rockige Kleidung nähen könnte, die ich aber auch im Alltag tragen kann, da das einfach mehr ICH bin :) In der Arbeit habe ich zum Glück keine strengen Vorschriften. Nur halt das Übliche "keine Hotpants, keinen Ausschnitt bis sonst wo hin (wobei ich sowas eh nicht trage),..." Tattoos habe ich keine und die Piercings werden eh die meiste Zeit von meinen Haaren verdeckt :)

  • #4

    Janina (Donnerstag, 20 Juli 2017 17:12)

    Vielen Dank! Ach, wieso? Du kannst ihn ja noch kürzen wenn du findest, daß er dir knielang doch nicht so gut steht ;)
    Oh, lila Zebra <3 Meine (blaue) Zebrajeans hatte ich auch lange nicht mehr an...
    Oder style die schlichten Sachen ein bißchen auf, mit etwas Stoffmalfarbe, ein paar Nieten oder Ösen... :D

  • #5

    Frau_Shmooples (Sonntag, 23 Juli 2017 20:20)

    Mich hat in Irland auch mal jemand auf mein Make-Up angesprochen "you look sooo lovely with it!", das war echt süß :) Würde mir in Deutschland nie passieren.

    Was Klamotten im Alltag angeht... Da bin ich echt froh, in einer Werbeagentur gelandet zu sein! Je länger ich dort bin, desto mehr finde ich zu mir selbst zurück. So fühlt es sich jedenfalls an.
    Die zwei Jahre, die ich in Zeitarbeit verbracht habe, haben mich doch ganz schön in meine Schulzeit zurück katapultiert. Immer dieses Gefühl, nirgendwo hin zu gehören und sich anpassen zu müssen. Letztendlich führte das ja auch dazu, dass ich mein Nostril verloren hab. Und ich hab mir auch die Haare wieder in Richtung meiner Naturfarbe dunkler gefärbt, bis es nahtlos rausgewachsen ist. Das waren so zwei essentielle Dinge, die ich aufgegeben habe... Aber da ich mich in farbigen Klamotten selten wohl fühle, habe ich immerhin nicht aufgegeben, weiterhin schwarz zu tragen. Und ich denke, das ist einigen negativ aufgestoßen. Es ist schon hart, wie die Erwachsenenwelt manchmal tickt.

    Aber nun bin ich ja in der Agentur und bleibe dort :) Inzwischen bin ich wieder bei meinem altbewährten Platinblond angekommen und hab seit ein paar Monaten wieder einen Kurzhaarschnitt mit Sidecut (den musste Chefchen mehrmals flauschen lol) und ich kann behaupten, meine Friseurin hat jetzt einen riesigen Fanclub xD
    Ich trage zwar meist immer noch schlicht schwarz, aber es wird wieder ausgefallener jetzt wo ich auch an Körpergewicht verliere und mich wieder wohler in mir selbst fühle ;) Mein Nostril werde ich nachstechen lassen, wenn mir mal danach ist.
    Auf der anderen Seite gefällt es mir auch, es im Alltag eher schlicht zu halten. Denn so kann ich mich für Partys immer noch so richtig schön rausputzen ohne das es mal langweilig wird :3

  • #6

    Janina (Dienstag, 25 Juli 2017 12:06)

    Achja, das stimmt wohl.
    Das ist wirklich hart, wenn sich Leute schon an schlicht schwarzen Klamotten und blondierten Haaren stören. Zum Glück ist das unter kreativen Leuten anders (und da zähle ich Naturwissenschafter oft dazu ;) Das Leute-klein-halten auch auf diese Weise hat bei vielen Ausbeuterfirmen scheinbar leider System. :(
    Es ist schön, daß du jetzt wieder zu dir findest und dich wohler fühlst. :) Da würde mich ein Outfitbeitrag auch mal interessieren...
    Genau, aufstylen soll ja auch Spaß machen. Zu meiner Schulzeit hab ich die bunten Hosen einfach immer getragen - jetzt liebe ich meine Miniröcke :D

  • #7

    Frau_Shmooples (Dienstag, 25 Juli 2017 19:31)

    Ein Outfitbeitrag von mir? :D... Wenn ich mehr abgespeckt hab XD

    Hm, naja... Letztendlich musste mein Arbeitgeber ja leider auch den Kundenwünschen entsprechen. Die selbst hatten sich gar nicht so an meinem Nostril gestört, aber da gab es halt Kunden, denen das nicht gefiel... Zeitarbeit muss nicht immer schlecht sein. Mir hat es geholfen meinen Weg zu finden :) Und bei einer Freundin von mir lief es auch sehr gut :)

  • #8

    Janina (Mittwoch, 26 Juli 2017 16:57)

    Klar! :D Kann ich aber auch verstehen. ;)
    Also gar nicht so schlimm wie ich dachte. Naja, ich kenn da nur Horror-Stories - und ansonsten auch nur andersherum - der Arbeitgeber sagt nein, weil sich wer dran stören könnte und im Endeffekt ist das garnicht der Fall. Aber ich weiß ja auch nicht was genau du machst. :)

  • #9

    Stitched Teacups (Freitag, 04 August 2017 20:41)

    Voll gut! Jetzt hab ich Lust auf so einen tollen knielangen Rock. <3
    Im Büro kann uchcrecht unbehelligt tragen, was ich mag, auch Bandshirts und so. Eine Grenze ziehe ich bei Schädeln und abgetrennten Körperteilen, die fühlen sich da falsch an.
    Aber als ich zwischendurch grüne Haare hatte, war das kein Problem. Und die tätowierten Kollegen haben da offenbar auch keine Schwierigkeiten.

    Liebe Grüße, Sabrina

  • #10

    Janina (Dienstag, 08 August 2017 18:51)

    Dankeschön! :)
    Das ist cool, wenn es bei Klamotten, Haaren und Tattoos so tolerant zugeht. Hier an der Uni musste ich letztens so einen Onlinekurs machen bei dem es um "unconscious bias" ging, also unbewusste Vorurteile am Arbeitsplatz. Dort kamen nicht nur die üblichen Themen zur Sprache wie z.B. Geschlecht, Alter, Hautfarbe, sondern auch die drei eben genannten und einiges mehr, beispielsweise der regionale Akzent. ;)
    Totenköpfe und Zombiesachen finde ich bei uns nicht so schlimm. Bands mit komischen Namen würde ich eher vermeiden.
    Liebe Grüße
    Janina