Mein englischer Garten...


... ist natürlich ganz anders, als was unter dem Begriff so bekannt ist. Trotzdem glaube ich aber relativ typisch für die Reihenhaus-Siedlungen hier. Eigentlich ist es nur ein kleiner Hinterhof mit Platten, Kieseln und zwei Beeten. Aber frei nach einem Bekannten von hier: "Can you drink beer outside? Then it's a garden!" Dieses Jahr konnten wir viel früher mit den Pflanzen anfangen und ich möchte euch heute mal einen kleinen Eindruck von meinem 'urban gardening' vermitteln.

Mein englischer Garten - Urban Gardening in England - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog

Die zwei Beete nutzen wir eigentlich gar nicht, den sie liegen ziemlich schattig. In einem wächst zwischen den Häusern ein kleiner Baum unbekannter Art, in dem anderen kämpft sich gerade ein alter Johannisbeerstrauch mühsam zurück ins Leben. Neben den Mauerblümchen hängen jetzt ein paar Kräuter in Körben und Eimern an der uralten Backsteinwand. Je weiter oben, desto mehr Sonne bekommen sie ab im nach Norden liegenden, komplett ummauerten Hof. 

So umgehen wir vorerst auch ein anderes Problem, nämlich die Nacktschnecken, welche uns letztes Jahr alle Pflänzchen weggefressen haben bevor wir überhaupt gemerkt haben, daß die da waren. Naja, an unseren eingetopften Weihnachtsbaum werden sie wohl nicht drangehen. Den haben wir letzten Jahr mit Absicht nicht zum Wegwerfen gekauft und er ist jetzt eine schöne Ergänzung zu unserem Gartengrün. Die Minze im Eimer wächst sowieso wie verrückt.

Mein englischer Garten - Gewächshaus und Samen - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog

Der Lavendel ist auch noch von letztem Jahr und hat den sonnigsten Platz oben auf der Mauer bekommen. (Das Eichhörnchen war vorher schon da.) Die Höhe nutzen wir auch beim Gewächshäuschen. Da haben wir günstigste Version, die aber erstaunlich gut ihren Dienst tut. Letztes Wochenende habe ich schon den Pak Choi umgetopft und noch mehr Salat gesät. Ein paar Kräuter und Kapuzinerkresse sind auch dabei. So viel hatte ich bisher noch nie, aber ich freu mich auf's ernten.

Mein englischer Garten - Pak Choi - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog
Mein englischer Garten - umtopfen und säen - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog

Denn warum auf den eigenen großen Garten mit Wiese und allem warten, wenn ich jetzt schon mein eigenes Gemüse ziehen kann? Später kommen wie letztes Jahr noch Tomaten und Paprika als Pflänzchen dazu. Neben ein paar Fasertöpfchen habe ich alles in wiederverwendeten Plastikverpackungen und gebrauchten Töpfen - nicht nur um Geld zu sparen. Wir wollen auf jeden Fall noch eine Art Hochbeet bauen, damit wir nicht alles in Töpfe pflanzen müssen.

Mein englischer Garten - Petersilie und Salat - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog

Auf der einen Seite ist das ja alles prima, zu wissen was ich esse, weil ich es selber gezogen habe. Auf der anderen Seite hat der ganze Spaß aber auch ne Konsumseite und kann ziemlich ins Geld gehen. Ich finde die Sachen hier im Baumarkt und Gartencenter schon etwas teuer hier und ökologisches gibt's kaum. Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, mach ich mir da schon Gedanken drüber. Im Moment sehe ich es als Lernprozess für alles was ich in Zukunft in der Richtung plane.

Mein englischer Garten - Minze, Farn und Tannenbaum - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog

Hast du einen Garten und wenn ja, wie sieht er aus? Oder ziehst du Gemüse auf dem Balkon? Vielleicht hast du auch keinen grünen Daumen? Das hab ich über mich auch lange gedacht, aber so langsam klappt es mit den Pflanzen :)


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Kommentare: 6
  • #1

    Frau_Shmooples (Montag, 17 April 2017 23:44)

    Wie schön :) Ich glaube, mein Daumen wird auch immer grüner. Das ist ein langsamer Prozess :D Ich hab grad unseren Balkon gesäubert und nun fehlen noch Blümchen für zwei Kästen. Und dann haben wir noch einen Kasten, den wir zurzeit liebevoll "unser Biotop" nennen. Da hat sich jede Menge "Wildwuchs" angesammelt und wir warten jetzt ab, was da alles so entsteht.

    Wie findest Du britische Gärten so im Allgemeinen? Die in Irland unterscheiden sich jetzt, glaube ich, nicht großartig. Wir hatten zwar eine Rasenfläche, aber bei den Nachbarn war immer viel Beton. Wir hatten allerdings auch keine Möglichkeit irgendwas anzupflanzen oder dergleichen. Der Landlord kam regelmäßig vorbei und hat alles niedergemäht. :/

  • #2

    Frau Jule (Dienstag, 18 April 2017 07:27)

    hehe, sehr schön. und auch schon eine politische botschaft mit dabei.
    das nacktschneckenproblem kenne ich. die sind mir auch in die pötte geschleimt. am ende half kupferbeschichtetes klebeband um die pötte und hochbeete. leider habe ich jetzt keinen garten mehr und mag in den drei balkonkästen kein gemüse ziehen, weil das ja dann leer ist, wenn ich geerntet habe und den rest des sommers nichts zum dran erfreuen hätte...
    trial an error gärtnern ist aber auch immer noch meine präferierte vorgehensweise. übrigens waren einige eigentlich sonnenhungrige stauden in meinem schattigen garten auch ganz zufrieden. phlox und goldfelberich z.b. im schatten wächst auch tränendes herz total super und da knabbert dann auch keine schnecke dran rum.
    liebe grüße,
    jule*

  • #3

    Janina (Dienstag, 18 April 2017)

    @Frau Shmooples
    Danke! :D Stimmt, so langsam gehen auch meine Zimmerpflanzen nicht mehr ein ;) Wildwuchs finde ich aber auch spannend.

    Die Vorgärten hier sind ganz unterschiedlich, von sehr schön grün bis nur Kies. Hinten kann ich leider nicht reingucken, aber von Kolleginnen weiß ich, daß sie auch viel in Töpfen haben. Unsere Landlady kommt zum Glück nie, aber fände es bestimmt gut, daß wir uns mehr um den Garten kümmern als usere Vorgänger :)

  • #4

    Janina (Dienstag, 18 April 2017 08:59)

    @Frau Jule
    Vielen Dank für den Tipp gegen die Nacktschnecken, da werde ich mal gucken ob ich das hier kriege. :D Ich bin ja nicht so der Blümchentyp, abgesehen vom Lavendel, aber das wär vielleicht was für das Schattenbeet beim Baum. Da hatten wir bisher nur an Farn gedacht, aber noch keinen für draußen gefunden. Das ist verständlich, einen Balkon hatte ich ganz früher einmal und es mit Kräutern versucht. Jetzt hab ich hier so einen Pflücksalat, den ich immer wieder nachsähe.
    Der eigentliche Politbeitrag kommt dann nächste Woche ;)

    Liebe Grüße
    Janina

  • #5

    TrashAngelCreative (Donnerstag, 20 April 2017 00:13)

    Was für eine tolle Sache! <3 Ich hätte auch gerne so ein kleines Beet. Damals als Kind habe ich mich mit meinem Opa immer um diverse Tomatensträucher, Zucchinipflanzen, Johannisbeeren, Erdbeerpflanzen,... gekümmert. Aber nachdem wir dann umgezogen sind und ich älter geworden bin, hatte ich keine Lust mehr mich um Pflanzen zu kümmern, da die meisten Pflanzen bei mir immer eingehen. Bis auf ein paar hartnäckige Topfpflanzen :D

    Und da ich ja noch bei meinen Eltern wohne, ist der Garten jetzt schon voll mit Pflanzen die meine Eltern gekauft haben. Deshalb wird das jetzt erstmal auch nichts.
    Aber wenn ich eine eigene Wohnung habe, will ich auf jeden Fall auch einen kleinen Garten. Schon allein deswegen, dass ich mein eigenes Gemüse anpflanzen kann und mich somit vielleicht auch motivieren kann mehr Gemüse zu essen. Weil Donuts wachsen leider nicht auf Bäumen :D

    Vielen Dank wieder einmal für diese tolle Inspiration! Da kann ich gleich schonmal von meinem Zukunfts-Beet träumen, das sich hoffentlich bald realisieren lässt :D

  • #6

    Janina (Donnerstag, 27 April 2017 20:05)

    @TrashAngelCreative
    Als Kind hab ich mich phasenweise auch schonmal für's Gärtnern interessiert. Meine Oma hatte damals mega viele Pflanzen im Garten, auch Zucchini und Erdbeeren, und sogar Kartoffeln.
    Jetzt wo meine Zimmerpflanzen überleben trau ich mich immer mehr. In meiner letzten Wohnung hatte ich im gemeinschaftlichen Hinterhof eine Tomatenpflanze und eine Miniaubergine im Topf. Das geht auch ohne (eigenen) Garten und ist toll für Anfänger. Ich nasch total gerne diese kleinen Tomaten und öfters draussen zu sein tun auch gut ;)