Siebdruck in action - so druck ich


Wer Siebdruck ausprobiert und den Dreh rausgekriegt hat, wird mir zustimmen - Drucken macht einfach riesig Spaß! Ich bekomme ab und zu Fragen und hier auf dem Blog hab ich im Zusammenhang mit den Aufnähern schon kurz berichtet. Um euch mal zu zeigen, wie ich das so praktisch mache, schreibe ich heute über das Drucken selbst. Das ist eigentlich der 2. Schritt vor dem ersten. Doch das Beschichten und Belichten der Siebe ist etwas aufwendiger, darüber berichte ich ein andermal. (Kleine Bilder zum Vergrößern anklicken!)

Siebdruck -

Meine Ausrüstung würde ich immer noch als Einsteiger-Set bezeichnen. Außer den Sieben passt alles in eine große Kiste. Zum Drucken brauche ich neben dem Sieb nur Farbe, Rakel und einen Spatel für die Farbe. Außer Schwarz und Weiß habe ich noch deckendes Rot, Lila, Grün und Türkis, mit denen ich auf helle und dunkle Stoffe drucken kann. Ich drucke auf meinem Zuschneidetisch - ein Esstisch in meinem Wohnzimmer, den ich nur zum Arbeiten benutze. Mit einer aufgeschnittenen, riesigen Plastiktüte decke ich die Fläche ab. Bei der Shirts und Taschen kommt ein Stück Pappe rein, das genau passt. Ein extra Brett mit Sprühkleber spare ich mir mittlerweile, geht auch so gut.

Ich zeig euch das Drucken mit der schwarzen Farbe, denn da muß ich mich nicht so beeilen bevor sie im Sieb eintrocknet. Bei deckender Farbe ist das anders. Ich verdünne daß Weiß immer genau so, daß es dich gut verdrucken lässt und trotzdem schön deckt. Mit dem Spatel kommt ein Streifen Farbe oben aufs Sieb, aber ohne das Motiv zu berühren. Ich drucke also auf dem Tisch ohne ein Gerät oder Klammern, manchmal hilft mein Fuß beim Festhalten ;)

Es wird immer zweimal gerakelt, einmal mit wenig Druck um das Sieb zu "fluten". Das heißt die Farbe bleibt noch im feinmaschigen Netz. Auf dem Bild habe ich gerade einmal gerakelt und setzt mit der Farbe wieder oben an. Beim zweiten Mal drücke ich so fest wie ich kann, um die Farbe durch das Sieb auf den Stoff zu drücken. Deckende Farben werden doppelt gedruckt, ich mach das direkt hintereinander, also insgesamt viermal Rakeln. Dann nur noch vorsichtig das Sieb anheben und Druck bestaunen. :)

Nach 1 bis 5 Drucken kommt der Part der nicht so viel Spaß macht: Sieb auswaschen. Ich mach das immer in der Badewanne, weil ich sonst keine andere Möglichkeit habe. Solange die Farbe nicht angetrocknet ist geht das ganz gut. Ich nehme noch einen Schwamm zu Hilfe. Trotzdem bleibt immer etwas Farbe auf dem Sieb - gerade bei den 1000-fach gedruckten Patronen ist die rosa Beschichtung kaum noch zu sehen. An manchen Stellen ist es auch schon dicht, aber das stört bei dem Motiv überhaupt nicht.

Wie bei jeder anderen Stofffarbe muß zum Fixieren gebügelt werden. Ich mache das immer von vorne duch ein dünnes Tuch, denn so kann ich das Motiv sehen und die Hitze wirkt auch bei dicken Stoffen richtig. Das dauert natürlich auch nochmal länger als das Drucken selbst. Wenn es nicht lange und heiß genug ist, wäscht sich das Motiv (teilweise) wieder aus. Eine Bügelpresse wär da schon ne Erleichterung - das wäre mal ne Überlegung für ne gute Investition.

Hier noch ein Ergebnis: Tops mit Patronen unten und Spinne auf dem Rücken. Letztes Jahr hatte ich 3 davon gemacht und die waren so schnell weg, daß ich kein richtiges Foto davon gemacht hab. Um mein eigenes hatte ich verschenkt, jetzt hab ich wieder eins. :) Ist also wieder zu haben und das in drei Größen.

Außerdem könnt ihr auf dem Bild sehen, wie ich die Motive platziere, ist manchmal garnicht so einfach. Ich zeichne zuerst die Position mit Kreide auf, passe dann das Sieb an und zeichne die Umrisse vom Sieb auf das Shirt. Bei mehreren Drucken hintereinander weiß ich dann genau wie ich das Sieb legen muß.

 

Hast du auch mal überlegt das auszuprobieren oder dich eher gefragt, wie das überhaupt funktioniert? Schau mal bei Youtube rein, da ist von DIY-Methoden bis große Industriemaschinen alles dabei. Oder hättet ihr vielleicht mal Interesse an einem Video von mir?


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Kommentare: 6
  • #1

    Anett (Montag, 29 Juni 2015 19:10)

    Während meines Studiums konnte ich Siebdruck kennenlernen. Aber nur auf Papier. Das konnte mich nicht so überzeugen. Ich drucke da lieber frei von Hand.

    Mittlerweile reizt mich Siebdruck aber doch irgendwie. Man kann tolle Motive umsetzen, soweit man zeichnen kann ;) Habe nur zu hause leider nicht die Möglichkeit dazu. Zu kleines Bad etc.

  • #2

    Anett (Montag, 29 Juni 2015 19:12)

    Noch eine Frage. Muss man die Farben im Kühlschrank lagern? Während des Studium standen die Farben immer in einem. Habe aber nie gefragt, warum.

  • #3

    lenelein (Montag, 29 Juni 2015 20:23)

    Ich würde das ja so gerne mal ausprobieren, aber ich scheue die hohen Einstiegskosten. Und die Sauerei. Und noch ein neues Hobby, was Zeit frisst. Vielleicht mache ich irgendwann mal einen Kurs mit! ^^

  • #4

    Janina (Dienstag, 30 Juni 2015 08:21)

    @Anett
    Auf Papier finde ich auch nicht so spannend. Stimmt, aber ich zeichne auch viel mit dem Computer oder nehme eine Foto als Vorlage ;) Mein Bad ist auch nicht groß, aber abdunkelbar muß es sein.

    Nein, im Kühlschrank hab ich die Farben nicht, aber ich vermute, daß sie dann länger halten. Ich mach Verdünnungen immer in eine extra Dose, da ist mir nämlich schonmal eine verschimmelt.

    @Lenelein
    Ein Kurs ist da ne gute Idee! Einsteiger-Kits gibt's so ab 100€ und ein bißchen Platz brauchst du dafür auch. Aber Achtung, macht schon ein bißchen süchtig ;)

  • #5

    Silent Purr (Sonntag, 05 Juli 2015 14:29)

    Danke :)

    Die Spinne auf dem Top finde ich ja richtig cool! Finde die Spinne ja generell toll aber darauf noch mal echt super :)

  • #6

    Janina (Montag, 06 Juli 2015 20:10)

    Danke, ich mag das Top auch total! Hatte das erst nicht so geplant, aber irgendwie fehlte was und da hat die Spinne perfekt gepasst :)