Die besten Stoff-Stencil-Tipps - so klappt's


Mit Schablonen meine Sachen zu bemalen war so ziemlich das erste was ich gemacht habe, um meine normalen Klamotten in einmalige Punk-Teile zu verwandeln. Das Edding-auf-T-Shirt-Gekritzel zähle ich nämlich nicht mit und wie ich mit Bleiche Muster mache, beschreibe ich mal in einem anderen Beitrag. Obwohl ich ja mittlerweile die Möglichkeiten vom Siebdruck habe, benutze ich immer noch gerne Stencils.

Im Prinzip ist es ja ganz einfach - du schneidest das Motiv aus, legst die Schablone auf den Stoff und malst drauf los. Doch es gibt verschiedene Materialien und Techniken, die einen entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis haben. Von denen habe ich viele ausprobiert und möchte sie dir hier vorstellen.

Material

Beim Schablonen-Material habe ich von dicker Pappe (nicht zu empfehlen) über Folie (mochte ich nicht besonders) bis dünne, beschichtete Pappe (geht ganz gut) so ziemlich alles probiert. Aber mit dem aufbügelbaren Freezer Paper klappt es am definitiv besten. Das Stencil kann so nicht verrutschen und es läuft keine Farbe darunter. Wahrscheinlich hast du auch schon mal davon gehört, fandst es ganz praktisch aber viel zu teuer. Ich habe vor einiger Zeit etwa 12€ in eine Rolle investiert und es nicht bereut, vor allem weil nach vielen Motiven immer noch so viel davon übrig ist. Vor kurzem habe ich entdeckt, daß man Freezer Paper auch selber machen kann. Ich habe es noch nicht ausprobiert, werde aber berichten wenn es soweit ist. Ein Vorteil dabei ist, daß die Ausdrucke nicht mehr durchgepaust werden müssen.

 

Wichtig beim Schneiden ist ein spitzes, scharfes Messer (Skalpell), und daß du die Teile von außen nach innen schneidest. Eine Nagelschere geht bei unkomplizierten Motiven zur Not sicher auch. Bei größeren oder komplexeren Motiven schneide ich zuerst die Teile in der Mitte aus und arbeite dann weiter nach außen. So bleibt die Schablone beim Schneiden stabil.

Zum Stoff kann ich prinzipiell sagen, daß je gröber die Struktur, desto schwieriger wird es feine Motive ordentlich hinzukriegen. T-Shirts gehen meist ohne Probleme. Bei dicken Aufnäherstoffen z.B. Jeans/Twill ist es manchmal besser die Rückseite zu nehmen.

Motive

Das Motiv selbst muß natürlich stencil-tauglich sein, das heißt einzelne Felder ohne Innenteile oder "Inseln" zu haben. Ein klassisches Beispiel dafür ist die Mitte von einem O. Es gibt einige Schriftarten, die zum Schablonieren gemacht wurden, finden kannst du sie hier, hier oder hier. Eine Internetsuche nach #stencil ergibt unzählige Vorlagen für fast alles. Leider ist stencilpunks.org nicht mehr online. Dort gab es viele Bandmotive und eine gute Anleitung. Es gibt aber einige andere Seiten mit guten Schablonenmotiven aller Art:


Stencilry - alle möglichen Motive (Bands, Filme,...) und Anleitungen (englisch)

Kreaktivisten - hauptsächlich politische Motive und Anleitung auf deutsch

Stencil Revolution - Streetart-Seite mit Vorlagen und Tutorials

Cut and Paint - noch mehr Motive

 

Wenn dein eigenes Motiv Innenteile hat, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Du kannst die Insel durch eine Brücke mit dem Rest der Schablone verbinden. Wenn es vom Motiv her nicht passt, kannst du die Stelle später per Hand oder einer zweiten kleinen Schablone nachmalen. Mit Freezer Paper hast du außerdem die Möglichkeit die Brücke nach dem Aufbügeln mit dem Messer vorsichtig wegzuschneiden. Wenn du keine Brücke hast, kannst du Innenteile nach Augenmaß positionieren und fest bügeln. Bei komplizierten Motiven schneide ich am liebsten die Brücken weg, aber hebe alle Teile für spätere Projekte auf.

Farbe

Wenn du die Schablone auf dem Stoff hast, brauchst du nur noch die richtige Stoffmalfarbe. Sie sollte nicht zu flüssig sein, weil der Stoff sie sonst aufsaugt und sie trotz Freezer Paper unter die Schablone läuft. Bei dunklen Stoffen ist es ganz wichtig deckende Farben zu nehmen. Früher gab es da Qualitäts-unterschiede, heute tut sich das nicht mehr viel. Trotzdem braucht es meist 2-3 dünne Schichten, um auf schwarzem Stoff eine gute Deckung hinzukriegen. Siebdruckfarbe eignet sich auch gut, denn sie hat die richtige Konsistenz.


Je nachdem wie groß dein Motiv ist, kannst du die Farbe unterschiedlich auftragen. Kleine Motive klappen gut mit einem normalen Pinsel, bei größeren ist dann jedoch der Pinselstrich zu sehen. Eine schöne Oberfläche bekommst du mit einem Schwammpinsel, diese "schlucken" aber relativ viel Farbe. Bei richtig großen Flächen geht auch eine Farbrolle wie die auf dem Bild oben. Ich arbeite meistens mit einem mittelgroßen Schablonierpinsel. Diese werden relativ senkrecht gehalten und sind auch nicht teuer.


Auf jeden Fall solltest du nicht vergessen ein Stück Pappe in das T-Shirt zu legen, sonst hast du Flecken auf der Rückseite. Das Freezer Paper ziehe ich immer sehr vorsichtig ab, sobald die Farbe oberflächlich aber noch nicht ganz trocken ist. Wenn die Schablone dabei nicht kaputt geht, lässt sie sich sehr oft wieder aufbügeln. Zum Schluß wird die Farbe noch durch Bügeln fixiert, dabei am besten die Hinweise auf der Verpackung beachten.

Top 5 Stencil-Tipps

1. Das Motiv muß schablonen-tauglich sein oder angepasst werden.

2. Mit Freezer Paper klappt es am besten und du kannst es selber machen.

3. Zum Schneiden ein scharfes Messer und eine Unterlage benutzen.

4. Die Farbe sollte für den Stoff geeignet und nicht zu dünnflüssig sein.

5. Die Farbe ich Schichten auftragen, trocknen lassen und fixieren.

 

Ich wünsche dir viel Spaß beim Schablonieren. Fallst du noch irgendwelche Fragen hast oder z.B. ein bestimmtes Motiv suchst, kommentiere oder schreib mir einfach. Bei Interesse schreibe ich auch gern noch einen zweiten Teil mit Schritt-für-Schritt-Anleitung oder für mehrfarbige Motive.


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Kommentare: 4
  • #1

    Anja (Donnerstag, 18 September 2014 00:35)

    Super geht das auch mit Folie (z.B. Overheadfolie), dann einfach Sprühkleber drauf, 15 Min warten und dann kann man das Ganze auf den Stoff kleben. Der Vorteil ist, dass die Schablone mehrfach verwendet werden kann....klappt auf jeden Fall super...

  • #2

    zebraspider (Donnerstag, 18 September 2014 11:13)

    Sprühkleber ist ein super Tipp! Ansonsten ist Folie ja ziemlich rutschig...

  • #3

    vonKarin (Samstag, 17 Januar 2015 18:34)

    Tolle, ausführliche Beschreibung. War echt neugierig, mehr über Freezerpaper zu erfahren. Danke.
    Es gibt von "marabu" übrigens ein extra Haftspray für Schablonen. Geht sicher auch für Stoff.
    LG vonKarin

  • #4

    zebraspider (Sonntag, 18 Januar 2015 13:32)

    Bitte :) Ich glaub wer Freezerpaper erstmal ausprobiert hat, mag nichts anderes mehr nehmen. Aber das mit dem Haftspray klingt auch sehr praktisch.