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Zebra-Shibori Experiment


Vor einer Weile hab ich mal ein Bild gefunden, das nach Batik mit Zebramuster aussah. An anderer Stelle hatte ich schon von Shibori, der alten japanischen Färbetechnik gehört und fand die verschiedenen Abbindetechniken interessant, die nicht so hippiemäßig aussehen. Pole-Wrapping oder Arashi wird die Methode für das Zebramuster genannt. Ich hab mir das meiste Zubehör im Baumarkt besorgt, dann konnte es mit dem Färben losgehen. 

Zebra-Shibori Experiment - Pole-wrapping Batik Zebramuster färben - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog

Meine Stoffauswahl besteht aus rechteckigen Stücken Jersey, Twill und dünnerer Baumwolle in verschiedenen Grundfarben. Shibori wird ja traditionell mit Indigo gemacht; ich wollte natürlich lieber schwarz für ein klassisches Zebramuster. Um den 12l-Eimer voll zu kriegen haben ich 2 Päckchen Farbe zum Eimerfärben verwendet, die hoffentlich genauso haltbar ist wie die Waschmaschinenfarbe und sich nicht auswäscht wie normale Batikfarbe.

Zum Wickeln habe ich ein Plastikrohr mit Durchmesser von 4 cm in drei Stücke von je 66 cm geschnitten. Da der Stoff diagonal aufgerollt wird ist die zusätzliche Länge über den Eimer hinaus ganz praktisch. Für weiß und türkis habe ich die dünne (1,2 mm) und für rot und blau die dicke Schnur (2,5 mm) genommen. Der Stoff wird dann Stück für Stück (so alle 10 cm) so fest zusammengeschoben wie es geht.
Zebra-Shibori Experiment - Arashi Shibori Stoff aufwickeln - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog

Ich hab mal irgendwo gehört, daß die gebundenen Stück ne Weile in Wasser eingeweicht werden sollen, um - durch und durch naß - besser die Farbe aufzunehmen. Wie du sehen kannst passten die drei Stücke gerade so in den Eimer. Dann habe ich das Farbbad angerührt, mit heißem Wasser aus dem Hahn. Um den Stoff zu bewegen, habe ich die Rohre eine Viertelstunde lang (nach Anleitung) rotiert und dann der Rest der Stunde nur noch ab und zu umgerührt.

Zebra-Shibori Experiment - Pole-wrapping Batik Stoff einweichen - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog

Die Stücke sollten vorm Öffnen gut ausgespült werden, also hab ich das bemacht. Dann kam der spannendste Moment, das Aufrollen. Beim roten Bündel sah er zuerst total vielversprechend aus, doch in der zweiten Lage hatte der relativ dicke Stoff schon kaum noch Farbe abbekommen. Beim blauen und weißen Stoff sah das besser aus. Das unregelmäßige Umwickeln hat tatsächlich ein schönes Zebramuster ergeben.

Zebra-Shibori Experiment - Pole-wrapping Batik Rohre im schwarzen Farbbad - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog

In einer zweiten Runde habe ich noch das kleine Stück türkisen Stoff gewickelt und (wie neulich) ein paar Handtücher dazu geschmissen, um das Farbbad ganz auszunutzen. (Und danach noch eine zweite Runde Handtücher.) So richtig intensiv ist leider nur die erste Lage des Musters, an der Rändern läßt sich erahnen, wie der Stoff gewickelt war. Schade, aber ich werde den Stoff trotzdem irgendwie verwenden und weiter testen.

Zebra-Shibori Experiment - Pole-Wrapping öffnen - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog
Beim nächsten Mal nehme ich auf jeden Fall ein dickeres Rohr für mehr Außenfläche und nur dünne Stoffe. Farbe zum Kaltfärben soll auch ganz gut sein und ermöglicht vielleicht mehrere Durchgänge mit einem Farbbad. Vielleicht brauche ich den Stoff auch nicht vorher einweichen, was vermutlich nur bei Indigo notwendig ist. Nach dem Waschen in der Waschmaschine ist das schwarz noch etwas blasser geworden, der weiße Stoff jetzt eher naturweiß mit dunkelblauen Rändern.
Auch das Rot ist deutlich stumpfer. Die Handtücher kamen in einem dunklern und helleren graublau raus - warscheinlich haben sie noch etwas in die Stoffe ausgeblutet (merke: getrennt waschen). Nach etwas Recherche rausgefunden, daß schwarz/weiße Batik gar nicht so einfach ist, da sich die meisten schwarzen Farbtöne aus unterschiedlichen Pigmenten zusammensetzen und dann im Verlauf oft blau oder braun ergeben.
Zebra-Shibori Experiment - gefärbtes Zebramuster schwarz auf blau und türkis - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog

Dafür ist es bei mir doch nicht so schlecht geworden, oder?

Dann ist mir noch aufgefallen, daß mein erster Blogeintrag sich gerade wieder gejährt hat und ich nun 4 Jahre Blogjubiläum feiern kann.


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Kommentare: 2
  • #1

    Anett (Dienstag, 04 September 2018 20:39)

    Also das Muster finde ich echt toll. Wenn man es irgendwie gleichmäßig hinbekommen könnte, wäre es hammer. Der Verlauf hat aber auch etwas.

  • #2

    Janina (Dienstag, 04 September 2018 22:25)

    Vielen Dank! Genau das hab ich mir auch gedacht. Ich werd auf jeden Fall noch ein bißchen mehr experimentieren ;)