Die Schönste und Älteste - Zeitreise Teil 4


Heute führt uns der Weg weit zurück in die Vergangenheit, als Maschinen noch für mehrere Generationen gebaut wurden. Diese Singer 128 ist aus dem Jahr 1912 - Wow, das sind über 100 Jahre! Ich habe die Maschine vor 4 Jahren eigentlich nur zur Dekoration gekauft, denn ich fand sie einfach schön. Zu Hause getestet stellte ich fest sie funktioniert sogar noch und hab mich ein zweites Mal gefreut - auch wenn ich noch nicht wirklich damit genäht habe.

Singer 128 Nähmaschine

Für die technischen Infos habe ich mal wieder das Nähmaschinen-verzeichnis zu Rate gezogen und auch mit Hilfe der vielen Detailbilder das Modell bestimmt. Die schöne gold-bunte Bemalung ist an einigen Stellen schon sehr abgegriffen - was zeigt, daß sie viel benutzt wurde. Besonders gut gefällt mir die mit Weinranken verzierte Metallplatte auf der linken Seite.

Singer 128 Nähmaschine
Singer 128 Nähmaschine

Diese Maschinen gab es neben der Handrad-Version, ja vor allem mit Fußantrieb - Ihr kennt sicher die schönen alten Nähmaschinen-Tische mit Eisengestell. Ich habe die "Koffernähmaschine", die noch gut 10 kg wiegt, und zu der noch eine Haube aus Holz gehört (die aber im Keller lagert). Ich habe sie für 40€ im Trödelladen gekauft, kurz bevor ich mein Nähmaschinen-Tattoo bekam, so daß meine Vorlage noch auf sie angepasst werden konnte.


Die Singer 128 arbeitet mit einem Bogen-Schwingschiffchen und kleinen, länglichen Spulen. Es gibt sogar eine kleine Auswurftaste für die Spulenkapsel. Eine Vorrichtung zum Spulen der Spulchen gibt es auch schon lange, nur passt auf die leider nicht viel Garn drauf. Der Anbau eines Motors ist wohl auch möglich, später wurde allerdings für motorisierte Nähmaschinen der CB-Greifer entwickelt.

Auch von hinten sieht die Maschine einfach schön aus. Hinter der runden Metallplatte versteckt sich noch eine Serviceöffnung. Es lässt sich schon erstaunlich viel einstellen, z.B. der Nähfußdruck und es passen normale Flachkolben-Nadeln.

Singer 128 Nähmaschine

Auf der Plakette mit liebenswürdig schief eingeprägten Zahlen ist abzulesen: Sie hat die Serien-Nummer F3206336. Im Fach rechts ist noch jede Menge Zubehör, das ich mir noch garnicht genauer angesehen hab, und ein Stück Kreide. Es sind aber nicht nur Füßchen, sondern scheinbar auch Ersatzteile.


Wer hat noch so eine alte Nähmaschine zu Hause? Vielleicht sogar ein Erbstück mit Geschichte? Und wie näht es sich damit?


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Kommentare: 2
  • #1

    Feli (Montag, 23 Februar 2015 23:22)

    Deine Maschine sieht einfach so toll aus, da ist es ja wirklich fast egal, ob sie noch näht oder nicht ;)

    Ich habe letzte Woche die Adlerette 430 meiner Oma bekommen, nachdem meine kleine Billig-Singer den Geist aufgegeben hat. Das gute Stück ist aber nur halb so alt wie dein Goldstück: Kaufdatum war im Juni 1964 und mein Opa hat die Rechnung tatsächlich bis heute aufgehoben <3

    Nach ein bisschen Entstauben und Ölen schnurrt sie jetzt auch wieder wie ein Kätzchen ;)
    Und ich finde, damit näht es sich um einiges angenehmer als mit meiner Ex (^^). Die Adlerette ist leiser und schneller. Sie hat zwar keine Knopfloch-Voreinstellung, aber dafür mehr Zierstiche über eine Automatic-Funktion (die Technik ist mega-faszinierend: zum Zubehör gehören Schablonen, die man je nach gewünschtem Zierstich in einen Schlitz steckt... computergesteuerte, moderne Nähmaschinen sind richtig langweilig dagegen^^) Also ich mag nicht mehr zurücktauschen ;)

    Hab einen tollen Abend,
    Feli

  • #2

    zebraspider (Dienstag, 24 Februar 2015 19:38)

    Hallo Feli,
    vielen Dank für deinen lieben Kommentar, stimmt! :D
    Die Adlerette ist aber auch eine Hübsche für ihre Zeit. Von dem System mit den Schablonen hab ich mal gelesen, klingt echt spannend. Ich habe auch noch eine 50 Jahre alte Maschine hier, die ich demnächst vorstelle ;)
    Es ist wirklich schön, wenn so ein altes Schätzchen bei guter Pflege noch funktioniert. Die "guten Marken" sind sowieso nicht mehr das, was sie mal waren...
    Ganz liebe Grüße,
    Janina